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Vin Diesel ist Xander “xXx” Cage, Extremsportler und Adrenalinjunkie. Der tattoowierte Draufgänger führt seine berüchtigten, lebensgefährlichen Stunts am liebsten in gestohlenen Luxusschlitten durch und besitzt nicht den geringsten Respekt vor jeglicher Autorität, ganz besonders nicht vor staatlicher – was xXx zum idealen Kandidaten für die Geheimmission des NSA-Agenten Gibbons (Samuel L. Jackson) macht. Dieser droht xXx mit einer Gefängnisstrafe, sollte er sich nicht bereit erklären, die äußerst gefährliche Untergrund-Organisation “Anarchie 99” zu infiltrieren. Unter der Führung des ehemaligen Soldaten Yorgi (Marton Csokas) plant diese die Weltmächte USA und Russland mithilfe einer biologischen Waffe gegeneinander auszuspielen. Ein Himmelfahrtskommando wie es im Buche steht – genau das Richtige für xXx.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Es ist ein beträchtliches Erbe, welches Xander Cage (Vin Diesel, The Last Witch Hunter), Hauptfigur von xXx – Triple X, anzutreten hat: Ihm nämlich wurde die Bürde auferlegt, sich einen rechtmäßigen Platz in der zukünftigen Ahnengalerie großer Spione wie Jack Ryan (Die Stunde der Patrioten, Der Anschlag), Jason Bourne, Ethan Hunt (Mission: Impossible-Franchise) und, natürlich, James Bond zu sichern. Dabei versucht xXx – Triple X vor allem, durch eine juvenil-rebellische Note seine Zuschauerschaft zu erreichen, wenn er einen muskelbepackten Hünen wie Vin Diesel zum Spion wider willen macht, der sich sprücheklopfend, aber zusehends engagiert für die Sache von einem halsbrecherischen Set Piece zum nächsten scheucht und dadurch als aufgepumpter Heilsbringer bestätigt. Und genau so darf man xXx – Triple X auch erwarten: Als Stuntshow, die ihr eigenes Konzept nicht durchdacht hat.

Denn um einen neuen Superspion in die Genealogie des Agentenfilms zu migrieren, braucht es schon mehr als einen Protagonisten, der durch seine Physis auffällt und keine Scheu dahingehend zeigt, sein Leben in halsbrecherischen Extremsituationen aufs Spiel zu setzen. Das größte Problem an xXx – Triple X ist wohl die Regiearbeit von Rob Cohen (Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers). Sicherlich hat der Mann schon Akzeptables abgeliefert, allerdings waren seine Filme nie derart von Enthusiasmus für das Action-Genre erfüllt, dass man wirklich mit Leidenschaft mitgehen (noch weniger: mitfühlen) würde. Man schaut sie so weg, nimmt sie mit, lässt sie nebenbei dahinplätschern und zeichnet das Erlebnis wohl am ehesten mit einem gleichgültigen Schulterzucken ab. So auch xXx – Triple X, bei dem Cohens Ägide deutlich macht, dass ihm vollends das Talent zum Klotzen fehlt.

Und gerade eine so grobschlächtige Prollveranstaltung wie xXx – Triple X hat es doch bitter nötig, dass die Inszenierung vollkommen aus den Fugen gerät und zu einem verschwenderischen Overkill aufschwingt, jenseits von Gut und Böse. Ohne Frage, die Action-Sequenzen, zuvorderst groß angelegte Kunststücke, bei denen selbst todessehnsüchtige Extremsportler angsterfüllt abwinken würden, sind erstklassig, weil sie die Gunst der Stunde nutzen und der Übertreibung freien Lauf lassen. Die Crux: Nur Stunts reichen für einen Spielfilm, der sich auf eine Laufzeit von über zwei Stunden erstreckt, nun mal nicht. Wenn man sich als Zuschauer dann mit den Charakteren vertraut machen möchte/muss, trifft man eben, wie sollte es anders sein, auf Abziehbilder, die auf Schlagwörter reagieren. Vin Diesel, dieser virile Traum aus Testosteron, als Quasi-James-Bond-Neffe ist da allerdings noch das geringste Übel.

Viel schlimmer wird es, wenn Xander Cage auf Yelena (Asia Argento, The Stendhal Syndrome) trifft und das Drehbuch es wirklich für eine gute Idee gehalten hat, zwischen den beiden verdeckten Agenten eine Liebesgeschichte angedeihen zu lassen. Zwischen ihr und Vin Diesel existiert keinerlei Chemie, jede gemeinsame Szene ist ein erzwungener Krampf, stattdessen keimt mal wieder der unbehagliche Gedanke wieder auf, dass Asia wohl doch mehr Papamädchen ist, als uns allen lieb ist. Dass xXx – Triple X daran versucht ist, die obligatorischen Tropes des klassischen Agentenfilms aufzubereiten und den niederträchtigen Osteuropäer als festgefahrenes Feindbild zu reproduzieren, hätte ihm, bei der richtigen Handhabung, immerhin die Chance gegeben, parodistische Stiche zu setzen. Aber bei einem Regisseur wie Rob Cohen, der so stur seinen seelenlosen Dienst nach Vorschrift abliefert, bleibt das reines Wunschdenken.

Fazit

Das (angebliche) Erfolgsrezept ist trügerisch: Nur bahnbrechende Stunts reichen eben nicht, um einen mehr als zweistündigen Spielfilm zu vitalisieren. "xXx - Triple X" ist schwerfälliger Action-Krach, der James Bond eine Frischzellenkur verpassen wollte, an der inszenatorischen Phantasielosigkeit des Rob Cohen aber gnadenlos scheitert.

Autor: Pascal Reis

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