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In VERACHTUNG werden Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und sein Assistent Assad (Fares Fares) mit einem schaurigen Tatort konfrontiert: In einem verlassenen Apartment haben Handwerker drei mumifizierte Leichen gefunden – sie sitzen an einem gedeckten Tisch, an dem ein vierter freier Platz auf einen weiteren Gast wartet. Wer sind die Toten, und für wen ist der Platz bestimmt? Die Spur führt Mørck und Assad zu einer Frauenklinik auf einer verlassenen Insel. Die grausamen Experimente, die hier an den Patientinnen durchgeführt wurden, sind ein dunkles Kapitel, das bislang als abgeschlossen galt. Doch Mørck und Assad finden Hinweise, dass die Täter von damals immer noch am Werk sind – und sie haben nicht viel Zeit, um weitere Morde und Übergriffe zu verhindern...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Krimis sind oft nur so gut wie ihr zentraler Fall – leider. In seltenen Fällen kommt es vor, dass ein Krimiplot, sei es nun im Fernsehen, als Buch oder auf der großen Leinwand, vor allem durch komplexe Hauptfiguren oder eine mitreißende Emotionalität getragen wird. Der so genannte Case of the Week – das Mysterium, der Mörder oder der Mord – stellt öfter das Zentrum der Aufmerksamkeit dar, das alle umliegenden Faktoren lenkt. Gerade bei fortlaufenden Krimigeschichten ist das ein Problem. Die in Buchform viel verbreitete Herangehensweise, ein festes Kommissaren-Team durch stets grausamer werdende Fälle zu ziehen, wäre zwar Narrativboden für eine vielschichtiges Psychogramm der Hauptfiguren, oft werden aber genau diese durch den Case of the Week an den inhaltlichen Rand gedrängt. Und das lässt viele Krimis vor allem eins wirken: austauschbar. 

Auch die Verfilmungen der Romane von Krimi-Kultautor Jussi Adler-Olsen leiden unter dieser Fokussierung. Stets dringt das Kommissarengespann Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas - Men & Chicken) und Hafez El-Assad (Fares Fares - Chernobyl) in die Welt des Verbrechens vor, um düstere Fälle im düsteren Dänemark zu lösen. Große Charakterentwicklung erfahren sie dabei aber nicht. Im Geiste der skandinavischen Krimiwelle liegt der Fokus der Geschichten eher auf dem Grausamsten vom Grausamen. Ob Vergewaltigungen, Kindesmord oder Verstümmelungen – Adler-Olsen macht vor gar nichts halt. Außer vor tiefergehender Charakterzeichnung. 

In Verachtung, der vierten Verfilmung  der Krimigeschichten des Dezernats Q, wird die Vernachlässigung der Hauptfiguren nun zum Hauptproblem. Neben eines verstörenden Leichenfunds, der die Kommissare in finstere Regionen der dänischen Geschichte führt, darf sich weder Carl Mørck noch Hafez El-Assad wirklich weiterentwickeln. Der Fall wird mehr schlecht als recht mit dem Bekanntenkreis einer Hauptfigur verknüpft, Assad möchte das Dezernat verlassen und Carl ist gewohnt griesgrämig. Mehr hat die Figurenarbeit dieser Episode leider nicht zu bieten. Und das hat den Effekt, dass die Emotionen und Entscheidungen, ja gar die Konflikte unserer Hauptfiguren, wie forcierter Füller, wie das Abhaken von nerviger Arbeit wirken. 

Das ist gleich doppelt ärgerlich. Nicht nur verkommen die Zwischentöne des Films, die sich mehr mit den Figuren und weniger mit dem Fall beschäftigen, so zur Geduldsprobe, auch der Fall leidet darunter. Verachtung bietet durch die historische Komponente des Mysteriums durchaus viele interessante Ansätze für eine spannende und gar lehrreiche Episode, der Film versucht sich atmosphärisch zu inszenieren und die Darsteller um Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares bilden im Grundsatz ein interessantes Team, doch nie schafft es der Film über den inhaltlichen Tellerrandes eines 08/15-Krimis hinauszublicken. Besser gesagt: er will gar nicht über diesen Rand hinausblicken. Immer wenn der Film die Möglichkeit vor sich sieht,  das Mittelmaß zu verlassen und eine eigene Identität zu evozieren, ziehen die Autoren ängstlich den Schwanz ein. Die altbekannte Krimischablone ist auch hier allgegenwärtig und unumstößlich. Und so wird auch Verachtung vor allem eines: austauschbar.

Fazit

„Verachtung“ ist ein Film, der durch Prämisse, Darsteller und Atmosphäre durchaus einiges an Potenzial mit sich bringt, der vor diesem Potenzial aber auch grundlos davonschreckt und sich in ausschweifenden 119 Minuten Laufzeit lieber auf die klassische Krimischablone konzentriert. „Verachtung“ ist ein Film, der sich aktiv dazu entscheidet, Teil von durchschnittlicher Massenware zu sein. Manchmal ist das eben der einfachere Weg.

Autor: Thomas Söcker

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