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Mit neuen Eigenheimen ist das ja so eine Sache. Kaum sind die Räumlichkeiten aufgeteilt und die Kisten ausgepackt, steht der Freak im Hausflur, der einst genau hier seine Familie massakrierte. Hier heißt der Übeltäter Ray Smilie, ist mit dem Teufel im Bunde und donnert nächtens schwermetallische Gitarrenriffs in Überlautstärke durch die Boxen. Die satanischen Mächte ergreifen schon bald den frisch eingezogenen Familienvater und Künstler Jesse Hellman (!). Zusehends manifestieren sich auf seinen Gemälden die abscheulichen Schreckenstaten Smilies. Und die sind erst der Anfang.

Kritik

Rock’n’Roll, Metal und harte, tätowierte Männer können in Verbindung mit Satanismus und dem Teufel schnell mal relativ lächerlich wirken. Zumindest was Filme betrifft. Daher entschließen sich viele Horrorfilmregisseure der Metalsparte mit diesem Sujet eher in die humoristische Richtung vorzudringen (was natürlich hervorragend funktionieren kann). "The Devil’s Candy" allerdings lässt sich von diesen Vorurteilen nicht beirren und bringt innerhalb seines Metal-Set-Ups einen knallharten, ernsten Horrorthriller auf die Leinwand, der trotz einiger Fehler nicht nur überraschend gut in all seiner Ernsthatigkeit funktioniert, sondern seinen audiovisuellen Aspekt auch ganz hervorragend nutzt.

Dabei geht es bei The Devil’s Candy nicht nur um Metal. Es geht viel mehr um die Beziehung eines Vaters (Ethan Embry - "The Guest") zu seiner Tochter (Kiara Glasco - "Maps to the Stars") sowie den Teufel, der im neuen Haus der Familie Hellman sein Unwesen und Menschen in den Wahnsinn treibt. The Devil’s Candy schafft es in diesem erzählerischen Zuge in straighter und niemals lächerlicher Manier einen waschechten Thriller auf die Beine zu stellen, der mit Versatzstücken überzeugt, die andere Regisseure vermutlich eher in komödiantischer Manier behandelt hätten. Zum Einen sei da der angesprochene Metalaspekt genannt, der im Verbindung mit dem Teufel und satanistischen Ritualen schnell zu Augenrollen führen kann, zum Anderen die klischeebeladene Story um das neubezogene, von Dämonen besessene Haus und letztlich der Bösewicht, der hier als glatzköpfer, dicker Mann im roten Sportanzug auftritt und im Grunde kein bisschen furchteinflößend wirkt.

Und trotzdem funktionieren all diese Aspekte in The Devil’s Candy bravurös. So ist beispielsweise die Musik stark genug in den Film eingebunden, dass sie atmosphärisch einen absoluten Mehrwert mitbringt. Sowieso ist die Inszenierung von RegisseurSean Byrne ("The Loved Ones") der eigentliche Star des Films. Byrne zieht dem Zuschauer hier ein dröhnendes, audiovisuelles Brett über den Kopf, was mit solch einer Energie und Eindringlichkeit über das Publikum hinwegfährt, dass hier kein Haar am Körper angelegt bleibt. Hinzu kommen ein paar äußerst sympathische Darsteller sowie ein furchterregender und in all seiner Unscheinbarkeit unheimlich diabolischer Gegenspieler, der gerade weil er niemals überstilisiert wird, eine unheimliche Bedrohlichkeit entwickeln darf, die dem Zuschauer das Fürchten lehrt.

Diese Vorzüge sind es dann auch die über die Schwächen des Films hinwegtäuschen. Und diese sind vor allem narrativer Natur. So sind viele der Subplots, die der Film anspricht, im Endeffekt für den Ausgang des Films vergleichsweise unerheblich und nehmen unnötig Zeit von der Uhr. Viele der Nebenhandlungen und Randfiguren sind im retrospektiven Denkprozess nur Fülleraspekte, die den Film auf eine kinoreife Laufzeit strecken sollen. Das interessante dabei ist aber, dass The Devil’s Candy diese Schwächen problemlos überspielen kann, sie aufgrund seiner unheimlichen Energie sogar viel geringer erscheinen lässt als sie eigentlich sind. Der Zuschauer ist trotzdem gepackt von dem, was sich hier auf der Leinwand abspielt und gerade das unheimlich spannende Finale führt dies noch einmal gekonnt vor, da es sich zwar aus bekannten Elementen zusammensetzt, aber äußerst eindringlich inszeniert ist. Und das ist eine bravuröse Errungenschaft.

Fazit

Im Grunde genommen ist “The Devil’s Candy” ein vergleichsweise stringenter Horrorthriller, der bei genauerer Retrospektive einige unverkennliche Schwächen in seiner Narrative zu Tage trägt. Und trotzdem lebt Sean Byrnes Horrorthriller von einer unheimlichen Power, einem kraftvollen Vibe, der eine audiovisuelle Wucht in sich trägt, die den Zuschauer für die vollen 90 Minuten in den Sitz drückt, mitfiebern lässt und vor allem im Finale heftig an den Nerven zerrt. “The Devil’s Candy” ist kein perfekter Film, aber ein ungemein wirksamer. 

Autor: Thomas Söcker

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