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Nachdem seine Verlobte seine Ranch verkauft hat, versucht Howard Kemp als Kopfgeldjäger an genügend Geld für den Rückkauf zu kommen. Er macht Jagd auf den Mörder Ben Vandergroat und erhält dabei Unterstützung durch den Goldsucher Jesse Tate und den Ex-Soldaten Roy Anderson. Nachdem es ihnen gelungen ist, Vandergroat zu fangen, versucht dieser, die drei auf dem Rückweg nach Kansas gegeneinander auszuspielen. Mit von der Partie ist auch Vandergroats Freundin Lina.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Er ist eine Goldgrube für uns, aber kein Mensch. Deswegen sind wir alle hier!“

In ihrem dritten von insgesamt fünf Western-Projekten schlagen Regisseur Anthony Mann und Hauptdarsteller James Stewart für seine Zeit ungewohnt nihilistische Töne an. Nackte Gewalt klingt in seiner deutschen „Übersetzung“ nicht nur äußerst schroff und radikal, verglichen mit den üblichen US-Western der 50er mangelt es eindeutig an glasklaren Figuren und moralisch einwandfreien Eckpfeilern, damit Gut und Böse, Richtig und Falsch schön voneinander getrennt in ihr jeweiliges Regal sortiert werden können. Ein Ausbruch aus der Komfortzone der heroischen Wild-West-Romantik, der einen inhaltlich eigentlich sehr schlicht gehaltenen Film zu einem der wichtigsten Beiträge seines damals überfütterten Genres werden ließ.

Ambivalenz wird hier ganz groß geschrieben. Zwar wird James Stewart glasklar die Heldenrolle angedacht , dennoch ist selbst er nicht ein rein von Tugend getriebener Saubermann. Verbittert ist er. Von seiner untreuen Verlobten abserviert und um seine Farm betrogen muss er nun seine Brötchen als Kopfgeldjäger verdienen. Ein schmutziger Job, um irgendwie wieder an das nötige Kleingeld zu kommen, damit dieser Albtraum ein Ende hat. Verbissen heftet er sich an die Sporen des Raubmörders Vandergroat (Robert Ryan, Mehr tot als lebendig), der sich gemeinsam mit seiner Geliebten Lina (Janet Leigh, Psycho) in die Berge geflüchtet hat. Auf der Jagd bindet er eher unfreiwillig den glücklosen Goldgräber Jesse (Millard Mitchell, Eine auswärtige Affäre) und den unehrenhaft entlassenen Soldaten Roy (Ralph Meeker, Wege zum Ruhm) an sich. Partner wider Willen, was sich der gerissene Gefangene schnell zu Nutze macht. Auf dem langen Weg zurück sät er bewusst Misstrauen und Zwietracht, appelliert an die Gier und Paranoia seiner Jäger, um gezielt das schwächste Glied zu extrahieren.

Die Gefahr droht nur anfangs mal ganz kurz von außen, sonst konzentriert sich Anthony Mann rein auf den brodelnden Konflikt innerhalb der Gruppe und demaskiert damit auch im Subtext den amerikanischen Traum, den sonstigen Western dieser Tage gerne noch hochleben ließen. Desillusioniert sind die gebrochenen Figuren, allesamt unzufrieden und nur noch angetrieben von der Hoffnung auf das schnelle Geld, da ihr bisheriges Streben im Sande verlaufen ist. Ein gehörnter Beinah-Ehemann, der um sein Grund und Boden betrogen wurde. Ein Goldgräber, der sich aufgrund von Erfolglosigkeit eigentlich gar nicht als solcher bezeichnen dürfte und ein Ex-Soldat, auf dessen Dienste lieber verzichtet wurde. Die drei „Helden“ von Nackte Gewalt sind gescheiterte Verlierer, die den Banditen brauchen, um ihre letzte Chance am Schopf zu packen. Was dieser schnell versteht und für seine Zwecke verwendet. Der relativ simple Plot enthält neben einer spannenden Grund-Prämisse viele ätzende Querverweise auf die Schönfärbung und Idealisierung üblicher Western und der generellen Außendarstellung amerikanischer Werte, die eben oftmals eine Kehrseite besitzen. Blutgeld, der letzte Strohhalm einer verrohten Nation, die voller Hoffnungen aufbrach und (am eigenen Anspruch) krachend scheiterte.

Fazit

„Nackte Gewalt“ beinhaltet fast schon Qualitäten eines Kammerspiels und Psychothrillers, von Anthony Mann mit seiner ganzen Routine fabelhaft und effizient inszeniert. Ohne viel Schnickschnack findet er immer wieder beeindruckende, aber nie protzig anmutende Einstellungen, die geschickt die imposante Naturkulisse für sich sprechen lassen. Daneben mit der anderen Naturgewalt James Stewart freilich ideal besetzt. Ein ungewöhnlich (selbst)kritischer Beitrag zum noch sehr klassischen US-Western, der sich gar nicht offensiv in den Vordergrund drängelt, aber aus der zweiten Reihe richtig stark nach vorne prescht. Und gerade deshalb als einer der ehrlichsten und effektivsten Genre-Beiträge bezeichnet werden muss.

Autor: Jacko Kunze

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