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Inhalt

Der übergewichtige Bobby Mark erlebt in Measure of a Man einen anfangs schrecklichen Sommer, der jedoch sein Leben nachhaltig auf den Kopf stellen wird: Seine Eltern streiten sich Tag und Nacht, sein bester Freund ist ohne ein Wort nach New York gefahren und der lokale Schläger lässt auch während der Ferien nicht von dem kleinen dicken Jungen ab, der für ihn das ideale Opfer darstellt.

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Kritik

Bobby Marks (Blake Cooper, Maze Runner)  könnte vielleicht der schlimmste Sommer seines Lebens bevorstehen: Der siebzehnjährige Junge befindet sich nicht nur mitten in der Pubertät, sondern hat auch noch mit Übergewicht und einem vielleicht kurz vor der Scheidung stehendem Elternpaar zu kämpfen, mit denen er den Sommer am See verbringen muss. Zu allem Überfluss gibt es da auch noch dieses eine Mädchen in seinem Leben, das seine beste Freundin ist  und für das er starke Emotionen verspürt, die er noch nicht recht einzuordnen weiß. Als sie auch noch ankündingt, dass sie für ein paar Wochen wegfahren wird und Bobby alleine mit einer Bande ihn mobbender Jugendlicher zurückbleibt, scheint alles verloren. 

Die Erzählung spielt 1976 und stellt damit quasi eine Einladung für ein Nostalgie-Wohlfühlfilmchen dar, das mit popkulturellen Referenzen um sich schießt. Auf überbetonte Retromanie verzichtet das Team rundum Jim Loach  (Oranges and Sunshine) intelligenterweise, auf eine Wohlfühl-Atmosphäre leider weitesgehend nicht. Der Film ist darauf bedacht jegliche Konflikte wohlwollend aufzulösen und findet sogar in dem diktatorischen Dr. Kahn (Donald Sutherland, Die Tribute von Panem), der Bobby während seines Ferienjobs schikaniert und ausbeutet, einen Mentor. Im Endeffekt werden die Probleme der Jugendjahre dadurch verharmlost, als einen Zustand der Ungewissheit gezeichnet, der sich letztlich doch immer zum Positiven wandeln wird: Bobby macht eine Entwicklung durch, wird allmählich zum Mann, zieht aus seinem Ferienjob wertvolle Lektionen und kann mit Mut Probleme lösen, die die ganze Zeit im Raum standen. 

Diesbezüglich cleverer hat sich letztes Jahr Lady Bird angestellt, der es verstand, seine Protagonistin in Ambivalenzen zurückzulassen und ihre Probleme als ernsthaft und nachhaltig zu begreifen. Und dennoch teilen beide eine Baustelle, wenn es um die Bildsprache geht, die in beiden Fällen Ästhetiken reproduzieren, die vereinheitlichend und wenig herausfordernd wirken. In Lady Bird ist es dieser alternativ anmutende Stil, der einerseits versucht keine stereotype Szenerie zu zeichnen, dabei jedoch nicht zu einer Eigenwilligkeit findet, sondern andere Stereotype bedient, die sich der Abgeschlagenheit vom Mainstream verschrieben haben. Measure of a Man gelingt es währenddessen in der ersten Hälfte noch die Stimmung der Einsamkeit und Befangenheit des Protagonisten einzufangen, wird in der zweiten Hälfte jedoch zunehmend gemütlicher und verstrickt sich in bekannte Narrative, die kaum herausfordernd auf den Zuschauer wirken können. 

Am Ende werden die Probleme von Bobby Marks nicht ernst genug genommen, weswegen sie sich alle in Wolhgefallen auflösen. Jim Loach scheint zwar durchaus an den Konflikten der Handlung interessiert und ist bemüht allen Charakteren eine Doppelbödigkeit zu verleihen, bleibt dabei allerdings allzu formelhaft und geht nicht zu Genüge in die Tiefe. So bekommen die Mobber gegen Ende noch ein Motiv verliehen, in der Mitte wird ein Konflikt rundum die eigene Schwester angeführt und bei Dr. Kahn hat man von Anfang an das Gefühl, dass er nicht einfach nur ein gieriger alter Mann sein kann. Diese viel zu selten konsequent verfolgten Bemühungen heben Measure of a Man letztlich vom Durchschnitt ab, weil sie einen Raum schaffen, in dem die Jugend als Irrgarten der Vorurteile anderen und sich selbst gegenüber verstanden werden kann, in dem man sich und die anderen stets neu entdeckt.

Fazit

"Measure of a Man" schafft es wunderbar die melancholische Stimmung eines einsamen Heranwachsenden einzufangen, macht es sich darin jedoch zu gemütlich und löst Konflikte allzu schnell auf. Zwar werden Hintergründe einzelner Figuren aufgedeckt, dann jedoch nicht konsequent genug verfolgt und formelhaft zu einem Ende geführt. Es bleibt ein stimmungsvolles Wohlfühlfilmchen, das das Herz am rechten Fleck hat, es sich jedoch ein wenig zu einfach macht. 

Autor: Maximilian Knade

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