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Als Major Jack Celliers gerät er in japanische Gefangenschaft und ist der Hassliebe des Kommandanten Yonoi scheinbar auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Yonoi will Celliers Tapferkeit und Selbstdisziplin brechen - Tugenden, die er selbst als Samurai am meisten bewundert. Der Kampf der beiden wird zur Schlacht der Weltanschauungen. Die Fronten verwischen, denn Celliers hat Yonoi in der Hand - und er nutzt seine Macht. Aber beim Versuch, das Leben eines Kameraden zu retten, geht er zu weit: Er macht Yonoi vor seinen eigenen Leuten lächerlich. Wie reagiert der auf eine solche Provokation?

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Manchmal ist ein aufkeimender Skandal im Kinobereich nicht nur dafür gut, um einen Film auf reißerische Art und Weise zu vermarkten. Ein Skandal kann auch der Grundstein für kommerziellen Erfolg sein und den weiteren Verlauf einer Karriere maßgeblich ebnen. Mit Im Reich der Sinne hat Nagisa Oshima 1976 einen dieser viel besprochenen, bisweilen gar mythisch-überhöhten Skandalfilme abgeliefert und sich darin ganz der Welt des Lustschmerzes verschrieben. Mal ganz davon abgesehen, inwiefern das kontroversen Wesen von Im Reich der Sinne nun nachvollziehbar oder unerklärlich ist, war dieses (finanziell rentable) Werk seiner Zeit dafür verantwortlich, dass Nagisa Oshima den Roman The seed and the sower von Laurens van der Post adaptieren konnte. Und herausgekommen ist dabei mit Merry Christmas, Mr. Lawrence ein wahres Unikum.

Verortet auf der Sudaninsel Java, finden wir uns mit Merry Christmas, Mr. Lawrence in einem japanischen Gefangenenlager im Jahre 1942 wieder. Dass dieses geschichtsträchtige Setting unweigerlich Erinnerungen an David Leans vielfach Oscar-prämierten Klassiker Die Brücke am Kwai forciert, versteht sich von allein. Interessanterweise wählen beide Filme im Kern das gleiche Motiv, so handeln sowohl Nagisa Oshima wie auch David Lean die Definition von Männlichkeit innerhalb des Militarismus (und damit innerhalb der europäischen wie asiatischen Kultur) aus. Die Mittel und Konnotationen allerdings sind in beiden Werken grundverschieden. Wo Die Brücke am Kwai ein von singulärer Bildkraft modelliertes Breitbildabenteuer darstellt, sucht Merry Christmas, Mr. Lawrence (der handwerklich ebenfalls absolut beeindruckt) einen engen, einen sublimen Rahmen, um seine Geschichte rein über die Psychologie seiner Figuren zu entfalten.

Die überschaubare Charakterkonstellation (u.a. namhaft besetzt mit David Bowie und Takeshi Kitano) verweist bereits auf das konzentratorische Naturell von Merry Christmas, Mr. Lawrence. Nagisa Oshima ist, trotz der formschönen Visualität des Films, untermalt von einem meisterhaften Score von Ryuichi Sakamoto, nicht am vordergründigen Schauwert interessiert. Stattdessen dringt Nagisa Oshima in das innerseelische Befinden seiner Figuren vor und erzählt über unterdrückte Bedürfnisse ganz konkret von regressiven Männlichkeitsidealen innerhalb Militärstrukturen und traditionsverhangenen Kulturen. Das Feingefühl, mit dem Oshima sich dem Topoi um Stolz, Gerechtigkeit, Individualität, Sühne und sexueller Identität widmet, entlädt sich gerade im letzten Drittel in einigen unvergesslichen Sequenzen, die unweigerlich zum von wahrhaftigen Emotionen akzentuierten Ausdruck bringen, dass es Augenblicke im Leben gibt, in denen ein Sieg nur sehr schwer zu ertragen ist.

Fazit

Die Adaption der renommierten Vorlage von Laurens van der Post erweist sich als faszinierender Stück Kinogeschichte. Nagisa Oshima erzählt mit beeindruckendem Feingefühl von der Annäherung zweier kaum kompatibel erscheinenden Kulturen und findet damit den Zugang zu Themen wie Stolz, Traditionsverhaftung, Gerechtigkeit und sexueller Identität. Der Score von Ryuichi Sakamoto und die Präsenz des bildschönen David Bowie runden diesen mehr als sehenswert Film ab.

Autor: Pascal Reis

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