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Inhalt

Der listenreiche Odysseus führt die Griechen mit dem Trojanischen Pferd zum Sieg und wird von Kassandra verdammt, ruhelos über die Meere zu irren. Während Gattin Penelope auf Ithaka die Freier abwehrt, wird Odysseus ans Gestade der Phäaken geschwemmt, wo er sich in Königstochter Nausikaa verliebt. Er erinnert sich an den Riesen Polyphem, die Sirenen, Zauberin Circe und verlässt Nausikaa, als er sein Gedächtnis wieder gefunden hat. Nach zwanzig Jahren endlich zurück auf Ithaka, tötet Odysseus mit Sohn Telemach alle Verehrer.

Kritik

„Die Weisheit der Alten besteht darin, den Tod wie einen Festtag zu erwarten.“

Zurück in die 1950er Jahre, zurück in die Hochphase des legendären italienischen Fimstudios Cinecittà, und damit auch zurück in die Wirkungsjahre des berühmt-berüchtigten Produzenten Dino De Laurentiis, der immerhin dafür verantwortlich war, dass die rassige Silvana Mangano (Der Tod in Venedig) durch ihren unverschämt anregenden Auftritt im Klassiker Bitterer Reis bis heute als Sexsymbol verehrt wird. Dass De Laurentiis Mangano schließlich zur Frau genommen hat, ermöglichte der gebürtigen Römerin natürlich – neben ihrem famosen Aussehen - frühzeitig eine erhebliche Entlastung bei der Rollenwahl. 5 Jahre, nachdem sich Mangano durch einige Boogie-Woogie-Tanzeinlagen in die Herzen des Publikums stehlen konnte, benutzte Mario Camerini (Don Camillo und die Jugend von heute) ihren effektiven Liebreiz, um in Die Fahrten des Odysseus auch auf die Gefahren der natürlichen Schönheit hinzuweisen.

Es mag nur eine Randelement im stofflichen Gesamtbild sein, mit dem sich Die Fahrten des Odysseus beschäftigt, doch Manganos Doppelrolle, als Odysseus treue Ehefrau Penelope sowie als durchtriebene Zauberin Circe, scheint von einer interessanten, personellen Dynamik getrieben, weil sie nicht nur einen charakterlichen Dualismus evoziert, sondern auch den Protagonisten Odysseus, gespielt vom großen Kirk Douglas (Das Licht am Ende der Welt), in einen inneren Widerstreit geleitet: Kann Odysseus seinen Augen noch trauen? Ist er noch Herr seine Bedürfnisse? Ohnehin sind die Herausforderungen, mit denen sich Odysseus in diesem auf Homers Heldendichtung basierenden Abenteuer konfrontiert sieht, auch immer eine Infragestellung der eigenen Standhaftigkeit. Es bereitet jedenfalls – gerade heutzutage – einiges an Pläsier, wenn man Kirk Douglas und seinen Vasallen dabei zusieht, wie sie durch die ägäische Fabelwelt streifen, einen Zyklopen überlisten und dem Gesang der Sirenen trotzen.

Der Spaß an der Verquickung aus klassischem Erzählkino und Anwandlungen der griechischen Mythologie wird letztlich nur dadurch getrübt, dass Die Fahrten des Odysseus einer furchtbar wirren Dramaturgie unterliegt. Innerhalb der dualen Narration, die Mario Camerini als Gerüst seine pathetischen Mär nutzt, scheint der Film nur selten in der Lage, dem Zuschauer einen klaren Überblick zu geben, auf welcher (Zeit-)Ebene wir uns im Moment befinden und in welcher Hinsicht die einzelnen Episoden miteinander in Verbindung stehen. In seinem ambitionierten Ausstattungsdrang, dem prunkvollen Dekor, den opulent orchestrierten Klängen, die nur so von der Tonspur poltern, und der Stilisierung Odysseus, der mit Kirk Douglas eine charismatische Idealbesetzung gefunden hat, findet Die Fahrten des Odysseus seine gefällige Mitte. Ganz zu schweigen von der leise anklingenden Homoerotik, mit der sich Douglas auch noch in Spartacus auseinandersetzen sollte – ein echter Blickfang jedenfalls, diese wehenden Röckchen im maskulinen Zweikampf.

Fazit

"Die Fahrten des Odysseus" mag kein Meisterwerk sein, eine nette Zeitreise in die 1950er Jahre des italienischen Kinos aber kann man mit Mario Camerinis Heldenmär durchaus erleben. Wenngleich der Film aus dramaturgischer Sicht nur selten beholfen scheint, ist es die Lust an Ausstattung und Fabulieren,  sowie der charismatischen Performance eines Kirk Douglas anzurechnen, dass "Die Fahrten des Odysseus" durchaus unterhält.

Autor: Pascal Reis

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