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Fotograf Bruno Forestier, Agent der OAS (eine aus fanatischen Algerienfranzosen bestehende Geheimorganisation von Partisanen) kommt nach Genf, um einen neuen Auftrag zu übernehmen. Er soll einen Radiokommentator ermorden. Bruno trifft auf Veronica, schläft mit ihr, zögert mit dem Auftrag. Er wird des Doppelspiels verdächtigt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mal abgesehen vom durch und durch experimentellen Stil, den Jean-Luc Godard (Die Außenseiterbande) seit Beginn seines renommierten Schaffens an den Tag legt, kann man sich anhand eines anderen Umstandes sehr genau erklären, warum dem französischen Intellektuellen nun schon seit Dekaden ein derartiger Wert für die filmgeschichtliche Entwicklung beigemessen wird: Es ist sein Talent, immer und immer wieder zu polarisieren. Jean-Luc Godard ist kein einfacher Filmemacher – und noch weniger möchte man ihn als einfachen Menschen beschreiben. Seine Werke fungieren oftmals unverkennbar als Sprachrohr und Projektionsfläche des persönlichen Weltbildes, seine Protagonisten dürfen mit den Thesen, mit denen Godard ohnehin noch nie gerne hinter dem Berg gehalten hat, auf der großen Leinwand hausieren gehen, denn: „Kino, das ist die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde.“

Dieses inzwischen schon hinlänglich bekannte Zitat aus Der kleine Soldat muss jedoch vervollständigt, anstatt isoliert betrachtet werden, ist die Wahrheit, von der Jean-Luc Godard spricht, doch eine individuelle und fällt dementsprechend vorwiegend auf den Autorenfilmer und seine Sichtweise(n) selbst zurück. Eine programmatische Bedingung, die Godard seiner Zuschauerschaft, gewissermaßen, zwangsläufig zumutet, geht es in seiner Vision von Kino doch auch immer wieder um das Hervorheben der eigenen Person. In Der kleine Soldat wird dies wieder sehr augenfällig gestaltet, staffiert der gebürtige Pariser seinen zweiten Streich nach dem unfassbar erfolgreichen Außer Atem doch mit einer Verweiskette an Anleihen aus dem Kunst- und Literaturbereich aus, dass sich Der kleine Soldat nicht selten der Anschuldigung stellen muss, der kunstgewerblichen Selbstbeweihräucherung anheimzufallen: Ernsthafte Zweifel daran, dass Godard belesen und kultiviert ist, soll wohl niemand haben.

Dementsprechend narzisstisch artikuliert sich Der kleine Soldat bisweilen, wenngleich seine Annäherung an den Algerienkonflikt immer noch hochinteressante Ansätze aufweist, die entschlüsseln, warum die Filmzensoren eine Aufführung ablehnten und den Film zur damaligen Zeit gleich drei Jahre in den Giftschrank verbannten. Hauptfigur Bruno (Michel Subor, Was gibt’s Neues, Pussy?) begegnet den gesellschaftspolitischen Irrungen und Wirrungen der 1960er Jahre in Frankreich mit einer diffusen Teilnahmslosigkeit. Es trägt eine durchaus brüskierende Wirkung in sich, wenn Bruno, als Teil einer rechtsextremen Organisation, einen Radiokommentator eliminieren soll, weil dieser sich für die andere Seite, der Befreiungsorganisation FLN, ausgesprochen hat, eine derartige ideologische Passivität an den Tag legt und dem kriegerischen Konflikt jedwede nachvollziehbare Motivation entledigt. Hätte sich Godard weniger verkopft gegeben, Der kleine Soldat wäre ein beachtenswerter Beitrag zum Thema gewesen.

Fazit

Damals mit einem dreijährigen Aufführungsverbot in die Schranken gewiesen, ist "Der kleine Soldat" heute sicherlich auch noch ein Werk, das nachvollziehbar macht, warum sich die Filmzensoren in jenen Tag derart über Jean-Luc-Godards zweiten Film nach "Außer Atem" echauffiert haben. Hätte sich Godard weniger verkopft gegeben und seinen Intellektuellenstatus nicht kontinuierlich ausgestellt, wäre "Der kleine Soldat" womöglich ein wirklich beachtenswerter Beitrag zum Algerienkrieg geworden. So aber verbleibt ein zu starker Geschmack von kunstgewerblicher Selbstbeweihräucherung zurück.

Autor: Pascal Reis

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