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Inhalt

Der 18-jährige Charlie kämpft seit Jahren erfolglos gegen seine Drogensucht. Nach seiner jüngsten Flucht aus einer Jugend-Entzugsklinik schicken ihn seine reichen Eltern in eine Einrichtung für drogensüchtige Erwachsene. Dort lernt er die Leidensgenossin Eva kennen und verliebt sich in sie. In der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft sagen beide ihrer Erkrankung den Kampf an. Doch der steinige Weg aus der Abhängigkeit birgt mehr Hindernisse für die junge Liebe als zuerst angenommen. Zusätzlich muss sich Charlie dem Konflikt mit seinem politisch ambitionierten Vater stellen, um schließlich zurück ins Leben finden zu können.

Kritik

Regisseur Rob Reiner hat seine Hochphase – Klassiker wie Stand By Me, Harry und Sally oder Eine Frage der Ehre – schon längst hinter sich gelassen. Viel mehr konzentriert er sich zuletzt auf kleine Nebenrollen in Film und Fernsehen (so zum Beispiel The Wolf of Wall Street  oder New Girl) sowie sehr klischeehaften und auf einen Bierdeckel passenden Romanzen. Im Falle von Being Charlie - Zurück ins Leben ist dann aber doch Aufmerksamkeit gefordert. Immerhin darf hier Rob Reiner nicht nur mit seinem Sohn und Autor Nick Reiner zusammenarbeiten, sondern der Film möchte auch noch die von Co-Autor Matt Elisofon selbst erfahrenden Drogenexzesse verarbeiten. Somit scheint Being Charlie eine gute Ausgangslage zu besitzen, um wirklich einen Kern der Thematik zu treffen. Allerdings bleibt die Geschichte rund um den Titelgebenden Charlie (engagiert von Nick Robinson gespielt) weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Kampf bestehend aus Drogen, Familienzerwürfnissen und der Suche nach dem Selbst wirkt nicht nur sehr schablonenhaft, sondern an vielen Stellen sogar unnahbar. Was bleibt ist ein solides Drama mit kleineren Highlights, aber dem Gefühl, dass hier an vielen Stellen zu seicht mit der eigentlichen Botschaft umgegangen wird.

Diese selbst, ist natürlich klar: Der Sumpf aus Drogen ist tief, die Schuld immens und der Kampf heraus geprägt von Rückschlägen, Opfern und gar Verlust. Soweit der gar schon recht konservative Erzählverlauf, den uns Nick Reiner gemeinsam mit Matt Elisofon offenbart. Doch wo bleibt die Tiefe? Die richtige Verzweiflung, und viel wichtiger – die Menschlichkeit? Denn warum sich Charlie überhaupt auf diesen Weg begeben hat, bleibt ebenso undurchsichtig wie seine eigentliche Gefühlslage. Ja, es gibt Ausbrüche und gerade seine kurzen Auftritte als Standup-Komiker sind eine wahre Freude und liefern ein Profil, welches den Zuschauer kurzweilig mitnimmt. Der Rest dagegen ist eine schematische Oberflächlichkeit getränkt mit klischeehaften Protagonisten, sodass sich nicht nur vieles zäh und müßig anfühlt, sondern auch einfach klare Inhalte ausbleiben. Der zu strenge Vater (Cary Elwes), die leidende und hilflose Mutter (Susan Misner), der unterstützende Freund (Devon Bostick) und der weise Mentor mit einer dunklen Vergangenheit (Common). Dies gemischt mit einer platten Westentaschenpsychologie liefert kaum den Output, den Being Charlie gebraucht hätte. Eine gewisse Verzweiflung oder Wut –ein mitreißender Strom der alles fortreißt, was sich der Geschichte in den Weg stellt. Stattdessen liefert uns Rob Reiner durchaus wunderschöne aber aneinandergereihte Bilder, ohne jegliche Substanz oder Gefühl.

Zum Glück gelingt es aber zumindest Hauptdarsteller Nick Robinson immer wieder kleine Nuancen in sein Spiel einzubauen, sodass Charlie als Drogenjunkie wahrnehmbar bleibt. Dies zusammen mit einigen durchaus düsteren Konsequenzen im Laufe der Handlung, macht den Film zumindest für Genre-Liebhaber interessant. Der Rest dürfte allerdings nur eher solide Kost bekommen, die viel Potenzial besitzt, diese aber wenig gekonnt zu nutzen weiß.

Fazit

Being Charlie hätte ein sehr bewegendes Drogen-Drama werden können, welches mit seinem Hauptdarsteller Nick Robinson für Tränen, Wut und Verzweiflung gesorgt hätte. Aufgrund von unzähligen Klischees, einer flachen Erzählweise sowie einer fehlenden Menschlichkeit, bleibt einzig eine solide Erfahrung zurück, die zwar durchaus wunderschön anzusehen ist, aber keine Substanz bietet. Schade, denn eigentlich schreibt doch gerade das Leben die besten Geschichten.

Autor: Thomas Repenning

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