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93qhjbgulyfbqj38uwukepxd6yv 1x1 – Berlin ist das Paradies

Ein Morgen in der Ukraine. Der türkischstämmige Berliner Ahmet sucht und findet in einem kleinen Dorf Swetlana und Jelena. Er lockt die beiden attraktiven jungen Frauen mit dem Versprechen auf Arbeit nach Berlin. Hier aber bringt der Zuhälter Kolja die beiden jungen Frauen ins Bordell 'King George'. Ein Morgen in Berlin. Marek Gorsky und Sven Lottner, Polizisten im Abschnitt 6 der Berliner Bereitschaftspolizei, wollen Max Weber, der nicht zum Haftantritt erschienen ist, festnehmen. Weber ist nicht in der Wohnung, aber immerhin erfährt Marek Gorsky, in welcher Disco der Gesuchte zu finden sein wird.

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Z2dliugcmxrgddwtaucrfaifkt1 1x2 – Wo wir sind, ist vorne

Gorsky und Lottner observieren nach einem Tipp von dem verhafteten Max Weber das Café Baltic Sea und rasseln damit prompt in eine Aktion des LKA. Als die Elitetruppe das Baltic Sea stürmt, sehen Gorsky und Lottner, dass ein Mann flüchtet. Sie nehmen die Verfolgung auf, stellen den Mann und liefern ihn bei den Kollegen vom LKA ab. Ein Einsatz mit Folgen. Sokolov, so der Name des Verhafteten, kann bei einer Vernehmung fliehen. Der Chef der Abteilung Organisierte Kriminalität, Nico Roeber, fordert Gorsky und Lottner an. Ihr Auftrag: Sie sollen Sokolov wieder einfangen.

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38q5jgjlvvokbx9xepr6y98sbue 1x3 – Der Überfall

In Mischas Auftrag gibt Dimitri dem Polizisten Gorsky einen Tipp. Er zeigt ihm eine Lagerhalle im Westhafen, die in zwei Tagen überfallen werden wird. Obwohl LKA-Gruppenleiter Nico Roeber Gorsky und Lottner kaum kennt, glaubt er den beiden Ermittlern. In der fraglichen Nacht ist die Lagerhalle im Westhafen vom SEK umstellt. Die LKA-Ermittlungsgruppe nimmt fünf Männer bei dem Einbruch fest. Nur der Anführer der multiethnischen Brigade, der Kapo Joska Bodrov, kann fliehen, weil seine Leute die Polizisten aufhalten. Aber immerhin, Marek Gorsky hat bei einem Schusswechsel kurz das Gesicht des Kapos gesehen.

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Nqblvnaxawxlg0gvx5kw64k9mvj 1x4 – Der Verrat

Kapo Joska, der bei der Aktion des LKA im Lagerhaus fliehen konnte, fordert zur Unterstützung seiner verhafteten Brigadisten von Bandenchef Andrej den Abtschak, das Geld aus der Gemeinschaftskasse der kriminellen Struktur. Aber Andrej tritt den Ehrenkodex der kriminellen Organisation mit Füßen. Er rät Joska, sich einfach neue Leute zu suchen.

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Gnf5zw9dvw4qzxrppnfkhqtn9up 1x5 – Nur ehrliche Liebe ist gute Liebe

Mischa möchte den Konflikt mit Andrej beilegen. Zum Schein geht Andrej auf das Friedensangebot ein. Zugleich aber hetzt er Joska Bodrov auf Mischa, indem er ihm verrät, dass dieser den Einbruch im Lagerhaus an das LKA verraten hat. Um seine Ehre als Kapo zu retten, engagiert Joska auf eigene Rechnung ein Spezialistenteam aus Russland, das Mischa töten soll. Nach dieser Rache wird er das letzte Mal von Andrej den Abtschak fordern. Weigert sich Andrej zu zahlen, wird er ihn töten.

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Otuhd9jdlvrl5uukjqtd4fzx0qe 1x6 – Rosen fallen vom Himmel

Viel Zeit bleibt Gorsky und Lottner nicht, über den Misserfolg in Sachen Aussage Nikolai nachzudenken. Das Observationsteam Lenz meldet, dass der Spediteur nach seinem Unfall aus dem Krankenhaus entlassen wird. Gorsky und Lottner sehen, wie Lenz mit Jelena im Bahnhof Lichtenberg einen Luxuswaggon besteigt. Kurzentschlossen folgen sie den beiden. An einer polnischen Zugstation beobachten sie, wie Jelena, schwer verprügelt von Lenz, aus dem Zug geworfen wird. Lenz lädt einfach einige andere Frauen in seinen Waggon ein. Für Jelena aber ist mit diesem Rausschmiss die Schonzeit vorbei, wie ihr Zuhälter Kolja unmissverständlich klarmacht.

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1x7 – Wer Angst hat, verliert

Andrej bringt die 500.000 Euro ins 'Odessa', um Teilhaber an zehn Spielhallen zu werden. Wie zwei kühle Geschäftsleute wickeln Mischa und Andrej den Deal ab. Stella aber warnt Mischa vor Andrej und erhebt damit unmissverständlich Anspruch darauf, mehr zu sein als nur die schöne Frau an seiner Seite.

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N7dyvqhnsotuo54xxe8zv8fvlqj 1x8 – Was kostet Berlin?

Andrej stellt Gorsky und Lottner eine Falle. LKA-Mann Bernd Hollmann soll seinen Dienstgruppenleiter Roeber zu einer Razzia im 'Odessa' überreden. Andrej wird dafür sorgen, dass bei dieser Razzia nichts gefunden wird. Ein Hinweis, dass Marek Gorsky der Bruder der Chefin des 'Odessa' ist, genügt, und schon ist klar, wer die Razzia verraten hat. Alles läuft wie geplant: Nico Roeber schmeißt Gorsky und Lottner aus der Ermittlungsgruppe.

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1x9 – Du bekommst, was dir zusteht

Sven Lottner berichtet Gorsky, dass die Observation der Vietnamesen ihn zur Lagerhalle gebracht hat, in der die unverzollten Zigaretten für den Berliner Markt verteilt werden. Er hat gesehen, wie Victor Lushin, einer der Männer aus dem 'Odessa', die Lagerhalle mit einer Reisetasche - vermutlich voller Geld - verlassen hat. Lottner will die Lagerhalle weiterhin observieren.

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1x10 – Alles hat seine Zeit

Trauerfeier im 'Odessa'. Lieder, viel Gefühl, Wodka - und dann das Geschäft. Überraschend lehnt Stella das Angebot ab, das ihr Leonid Bondarenko und Victor Lushin machen: fünf Millionen Euro, ein Haus am Mittelmeer und eine lebenslange Rente von monatlich 10.000 Euro. Stella will Mischas Platz in der Organisation einnehmen.

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Inhalt

In Berlin herrscht Krieg. Banden der Russenmafia liefern sich in Berlins Unterwelt einen Kampf um die Vorherrschaft im Menschen- und illegalen Zigarettenhandel. Die beiden jungen Polizisten Sven Lottner (Ronald Zehrfeld) und Marek Gorsky (Max Riemelt) wollen die Drahtzieher hinter Gitter bringen. Doch Marek, Sohn baltisch-jüdischer Einwanderer, steht bald zwischen den Fronten. Sein Bruder ist vor Jahren von der Russenmafia ermordert worden, seine Schwester Stella (Marie Bäumer) mit einem Mafiaboss (Misel Maticevic) verheiratet.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Willkommen im Hierarchiekeller.“

Während der amerikanische Serienmarkt quasi im allmonatlichen Turnus ein neues Qualitätsformat veröffentlicht, scheint man sich in Deutschland damit zu begnügen, gelegentlich durch den inländischen Output einmal auf sich aufmerksam zu machen, bevor die Routine dieses Metiers erneut die Oberhand gewinnt. Mit Babylon Berlin von Tom Tykwer (Lola rennt) beispielsweise hat man es zuletzt außerordentlich gut verstanden, wie eine Machtdemonstration dahingehend aussehen könnte, wenn man denn den eigenen Ruf in diesen seriellen Gefilden ein Stück weit aufpolieren und über die Grenzen des eigenen Landes hinaustragen möchte. Auch Dark, 4 Blocks oder Deutschland 83 fanden genügend Verfechter, korrigierten das produktive Ungleichgewicht zwischen Deutschland und Übersee im Großen und Ganzen aber nicht im geringsten. Uns fehlt der moderne Klassiker, könnte man meinen, gäbe es nicht Dominik Graf (Die Katze).

Der nämlich hat bereits im Jahre 2010 die Muskeln spielen lassen und mit Im Angesicht des Verbrechens eine Serie geschaffen, die sich in ihren besten Momenten (und davon gibt es unzählige) nicht vor der Mutter des Qualitätsfernsehens, The Wire, verstecken muss. Grafs Definition von TV-Kino, wie er es nennt, liegt dabei auf der Hand: Er will Stoffe, die eigentlich für die große Leinwand bestimmt scheinen, auf der Mattscheibe kultivieren. Sieht man sich Im Angesicht des Verbrechens an, dann wird man schnell merken, dass sich das Format weniger an klassischen Serienstrukturen orientiert, sondern vielmehr den horizontalen Erzählstrategien eines Spielfilms folgt, hier also quasi in der Aufbereitung eines TV-Mehrteilers. Bezeichnenderweise war es genau diese Serie, die ihrer Zeit eine leidenschaftliche Diskussion lostrat, inwiefern das Publikum bereit ist, sich in eine derart anspruchsvolle Materie einzufühlen.

Und anspruchsvoll ist die adäquate Vokabel, spinnen Dominik Graf und sein Drehbuchautor Rolf Basedow hier doch ein mit größter Sorgfalt angefertigtes Gespinst aus Gesetz und Kriminalität, aus beruflicher und privater Lebensrealität, aus Liebe und Hass, Leben und Tod. Katalysatoren der Handlung sind die Berliner Polizisten Marek Gorsky (Max Riemelt, Die Welle) und Sven Lottner (Ronald Zehrfeld, Barbara), die ihre Chance wittern, dem Straßen- und Schreibtischdienst zu entkommen und sich um die ganz schweren Jungs zu kümmern: Sie ermitteln im Milieu der russischen Mafia. Dass Mareks Schwester Stella (Marie Bäumer, 3 Tage in Quiberon) ausgerechnet mit Mischa (Misel Maticevic, Im Schatten), einem der Paten dieser organisierten Verbrecherkreise, verheiratet ist, gestaltet die Situation ungleich verzwickter. Ganz davon abgesehen, dass Marek ebenso von Rachegefühlen getrieben ist.

Beeindruckend an Im Angesicht des Verbrechens ist, wie kleinteilig und feingliedrig sich Dominik Graf mit den kriminellen, polizeilichen und menschlichen Geflechten über 10 Episoden, das sind fast 500 Minuten, auseinandersetzt. Seine Leidenschaft für das 1970er Jahre Kino thront unverkennbar über der Serie, im Existenzialismus des Szenarios, im treibenden Klangteppich, in der Ambivalenz der Charaktere, im Split-Screen-Verfahren, in der kinetischen Montage. Dass Im Angesicht des Verbrechens aber eben nicht einfach „nur“ eine pulpige Hommage an diese Ära ist, sondern eine Ausnahmestellung innerhalb der deutschen Kulturlandschaft einnimmt, ergibt sich aus der Aufmerksamkeit, die Graf den Protagonisten und ihrem sozialen Umfeld entgegenbringt. Alle Parteien sind hier insofern miteinander verzahnt, als dass sie versuchen, ihr individuelles Glück zu finden, dabei aber nicht die Grundsätze ihres ethischen Wertesystems unterminieren möchten. Was hier funktioniert und dort kläglich scheitert.

Der Bewegungsdrang, welcher sich in das inszenatorische Wesen von Im Angesicht des Verbrechens eingestampft hat, entfesselt gerade in der Verstrebung mit dem wunderbaren Lokalkolorit der Hauptstadt, den unzähligen Sets und Figuren, ein nahezu schicksalhaftes Klima innerhalb der unausweichlichen Kollision von Persönlichkeiten, Idealen und Boshaftigkeiten: Wo von Ehre gesprochen wird, kann auch deren Verlust nicht weit sein. Dominik Graf schreibt hier nicht nur Genre-Geschichte, er beleuchtet moralische Schattierungen und gibt sich dabei Kitsch (unvergesslich: der Rosenblütenregen), Brutalitäten und kulturellen Eigenarten immer haarscharf bis an den Rand der Überstilisierung hin. Graf weiß, wann genug ist. Und Graf weiß vor allem, wie Dynamik im ständigen Wechselspiel aus Aufpeitschen und Verschleppen entsteht. Deswegen ist Im Angesicht des Verbrechens nicht nur im besten Sinne europäisch. Es ist fraglos universal.

„Ich bin Polizist. Ich habe keine Phantasie, keinen Spaß.“

Fazit

Deutsches Kultur. Wer glaubt, Qualitätsfernsehen aus Deutschland gibt es nicht, dem sei "Im Angesicht des Verbrechens" wärmstens empfohlen. Dominik Graf brilliert hier erneut als gleichermaßen Genre-affiner und an menschlichen Schicksalen interessierter Filmemacher, der mit Dynamik und Sorgfalt kriminellen und zwischenmenschlichen Strukturen auf den Zahn fühlt. Famos gespielt, hochspannend und gleichwohl ungemein gefühlvoll. Ein Volltreffer.

Autor: Pascal Reis

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