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Inhalt

Ein armer junger Mann namens Otto kommt vom flachen Land in die große Stadt. Dort rettet er dem reichen Mädchen Silvia ganz zufällig das Leben. Doch damit beginnen auch jede Menge Probleme, denn die schöne Silvia hat nicht nur Geld, sondern auch einen Verlobten und eine Mutter. Dazu kommen noch Ottos Firma OSSI - mit Schulden aber ohne Kunden - und der zwielichtige Geldverleiher Shark, der sein Geld von ihm zurückfordert.

Kritik

Sicherlich stellt Otto Waalkes nicht die Speerspitze der komödiantischen Hochkultur aus Deutschland dar, dieser Status ist nach vor einem gewissen Vicco von Bulöw, besser bekannt als Loriot, vorbehalten. Zweifelsohne aber ist Otto ein Inbegriff des deutschen Kulturgut und zählt zu den größten, prägendsten und nach wie vor bekanntesten Komikern, die hierzulande jemals Karriere machen durften. Seine Kalauer, Wortspiele, Sketche und Lieder haben sich gewissermaßen in das kollektive Bewusstsein verschiedener Altersklassen eingestampft. Zu Recht, denn in den 1970er und 1980er Jahren war Otto ein Garant für innovativen, energetischen und vor Körperkomik nur so sprudelnden Schabernack. Ein, so hat es die Vergangenheit uns gelehrt, zuweilen wenig erfreulicher Umstand ist es, wenn dem Bühnenkünstler aufgrund seiner Popularität auch auf der Leinwand ein Denkmal geschaffen werden soll.

Im Falle von Otto und seinem ersten Kinofilm aus dem Jahre 1985 aber ging die Rechnung zum Glück durchaus zufriedenstellend auf, ja, Otto – Der Film hat es sogar geschafft, der bis heute erfolgreichste deutsche Kinofilm seit Beginn der Zuschauerzahlenerfassung 1968 zu werden: Addiert man die Besucherzahlen der Bundesrepublik sowie der ehemaligen DDR miteinander, dann kommt man auf einen herausragenden Wert von 14,5 Millionen. Ein Fingerzeig, welch immensen Stellenwert der legendäre Ostfriese in jenen Tagen inne trug. Zusammen mit dem gebürtigen Wiener Xaver Schwarzenberger (Single Bells) berief sich Waalkes auf ein erzählerisches Konzept, welches sich merklich an den Vagabund-Geschichten des unsterblichen Charlie Chaplin orientiert: Wo sich einst der Tramp als Tagelöhner durch die Welt schlug, ist es nun Otto, der sich auf die Suche nach dem persönlichen Glück begibt.

Anders als in der beschaulichen Heimat am Deich drehen sich die Zeiger in Hamburg etwas anders, was Otto an drei schwerwiegenden Problemen festzumachen weiß: Er hat keinen Job, kein Geld und vor allem keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Also schlawinert er durch die Großstadt, paktiert mit einem sinistren Kredithai und trifft per (göttlichem) Zufall auf seine Traumfrau: Die aus feinem Hause stammende Silvia (Jessika Cardinahl, Independence Day). Selbstverständlich recycelt Otto auch in seiner Leinwandfeuertaufe Unmengen an Gags seines Bühnen- und Tonträgerprogramms und gibt sich in seiner Performance des Sprüche-klopfenden, herumalbernden, aber von Grund auf ehrlichen Kaspers ganz dem Fanservice hin, den jenes Millionenpublikum von ihm erwartet hat. Angenehmerweise aber zersetzt sich das Narrativ niemals in eine notdürftig arrangierte Nummernrevue, sondern bleibt filmisch.

Ja, das Gelingen von Otto – Der Film ist in weiten Teilen auch darauf zurückzuführen, dass es Waalkes wie Schwarzenberger durchaus daran gelegen ist, eine Geschichte zu erzählen, die sich nicht daraus zusammensetzt, die großen Klassiker im Albernheiten-Katalog seines Stars in den Mittelpunkt des Geschehens zu setzen, sondern diese vielmehr stimmig in dieses zu integrieren. Und das funktioniert, wenn auch sicherlich nicht so hintersinnig und zeitlos wie es Loriot in seinem Meisterwerk Pappa ante Portas vollbrachte. Otto – Der Film unterhält vielmehr durch seine zwanglose Nonchalance und der Leidenschaft des Hauptdarstellers, sich mit Haut und Haar von einem Schlamassel in das nächste Unglück zu stürzen – während er sich ob seines unbekümmerten Wesens natürlich nicht nur den Sympathien des Zuschauers sicher sein darf, sondern auch der Zuneigung seiner Angebeteten.

Fazit

Überraschung: "Otto - Der Film" funktioniert auch heute noch. Das liegt daran, dass Otto Waalkes sich in seinem ersten Leinwandauftritt wirklich mit Hingabe in die Rolle des nach Glück und Liebe Suchenden stürzt und durch seine Nonchalance nach wie vor herzlich amüsiert. Keine komödiantische Großkunst, aber ein unbekümmerter Spaß definitiv nach wie vor.

Autor: Pascal Reis

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